Früchte des Hl. Messopfers

 

 

 

Die Früchte des Hl. Messopfers


Das Konzil von Trient lehrt uns, dass uns durch das Messopfer in überreicher Weise die Früchte der blutigen Kreuzeshingabe Christi zuteil werden.

Die erste Frucht – so sagt uns diese heilige Synode – besteht in der Gnade der Versöhnung und der Reue, die die Seelen für das ewige Leben neu belebt und Sünden nachlässt.

Die zweite Frucht liegt im teilweisen oder vollständigen Nachlass zeitlicher Sündenstrafen, die mit den bereits vergebenen Sünden verbunden sind, und das gilt sowohl für die eigene Person oder für andere, für Lebende und für Tote. Daher ist es so wichtig, Messen lesen zu lassen.

Die dritte Frucht besteht darin, die Verletzung, die wir Gott durch unsere Sünden zugefügt haben, wieder gut zu machen und dadurch die zeitlichen Strafen, die wir verdient haben, zu vermeiden.

Schließlich ermöglicht uns die Hl. Messe durch die Kraft des Leibes und Blutes Christi und durch die sakramentale Kommunion, dass wir alle himmlischen Gnaden und Segnungen erlangen, die wir für unser Heil brauchen.

Der Autor der Nachfolge Christi sagt, dass das Hl. Messopfer Gott ehrt, die Engel erfreut, die Kirche aufbaut, den Lebenden Beistand, den Toten Erleichterung schenkt und allen, die es aufopfern, zu Teilhabern der verschiedensten Gütern macht (I; IV, Kapitel V).

Der Hl. Johannes Chrysostomus predigte, dass sich jedes Mal, wenn ein Priester an einem Altar steht, der Himmel öffnet, die Engel scharenweise zu den Hl. Tabernakeln herabsteigen und dass sie, sobald das Göttliche Blut zu fließen beginnt, es in reinen Kelchen sammeln, um es als überreichen Segen über alle Anwesenden auszubreiten.

Wir müssen hier diese überaus bedeutsame, geistliche Lehre kennen.

Die Früchte der Hl. Messe werden uns in dem Maße zuteil, in dem wir wirklich an der Feier des Opfers teilnehmen, vor allem in dem Maße unserer Frömmigkeit, das heißt, entsprechend unserer Haltung des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe (die Göttlichen Tugenden), der Reue, des Opfergeistes, die wir einbringen. Die Frömmigkeit ist wie die Größe des Gefäßes, in das Gott seine Gnaden gießt.

Ja, wenn wir den Herrn mit Liebe und Vertrauen empfangen, ermöglichen wir dem kostbaren Gut, das wir tragen können, fruchtbar zu sein im irdischen und im zukünftigen Leben. Deshalb sagt Paulus (2 Kor 4,7): „Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.“

Wenn wir uns dem Herrn demütig und mit reinem Glauben nähern, kommen wir der Quelle alles Guten näher. Und wenn wir die Hl. Kommunion empfangen, empfangen wir den Urheber der Schöpfung, den Urheber aller Gnaden, Ihn, der allein fähig ist, unser Leben zu wandeln, unseren sündigen Leib und unsere durch das Böse verdunkelte Seele zu verklären – in ein neues Wesen, das von Christus umkleidet, von Ihm erleuchtet und von Gott, der allein dreimal heilig ist – Vater, Sohn und Heiliger Geist – geheiligt ist.

Wenn wir die Gnade der Eucharistie wirklich erfassen könnten, wären wir zugleich voller Furcht wegen der Verletzungen, die wir dem unendlich heiligen Gott zugefügt haben, aber wir wären auch zutiefst erschüttert und voller Staunen wegen der Göttlichen Barmherzigkeit und ihrer unaussprechlichen Gaben, so dass wir vor Freude und Ergriffenheit weinen würden. Die Seligkeit, die von oben kommt, zerstreut alle Finsternis und erfüllt uns mit Licht, Frieden, Liebe und vertreibt alle Furcht. Gehen wir daher mit diesem unerschütterlichen Glauben der Heiligen auf Gott zu.

Gott hat uns erwählt vor der Erschaffung der Welt (vgl. Eph 1,4). Wir sind Seine geliebten Schafe und diese Wirklichkeit des Volkes Gottes, das die Gnade ergriffen und auf die Stimme des Allerhöchsten, auf die Stimme des Guten Hirten hört, ist von einem großen Mysterium umgeben. Unsere Opfergabe, unsere Teilnahme an der Messe ist eine himmlische Gabe für uns selber und für die ganze Welt. Die Gestalt dieser Welt, die überall brüchig wird, vergeht. Was ohne Gott auf Sand gebaut wurde, hat keinen Bestand. Wir leben in einer besonderen Zeit der Geschichte und Gott fordert uns auf, Seine Gnade, Sein Licht zu ergreifen. Er ruft uns insbesondere durch Maria, die Friedenskönigin, zur Heiligung auf. Unser Glaube, unser beharrliches Gebet, unsere Teilnahme an den Sakramenten und insbesondere an der Hl. Eucharistie, ermöglicht Gott, die Welt zu verändern, die Herzen zu berühren, menschliches Leben, das in die Irre ging und keinem Weg mehr folgte, in freudige und lichtvolle Tabernakel zu wandeln, die die göttliche, befreiende und heiligende Gegenwart ausstrahlen.

Gebenedeite Jungfrau, du hast Jesus vor uns allen getragen und hast, als du den Retter unter Deinem Herzen trugst, dieses freudige Magnifikat gesprochen. Lehre uns Gott zu preisen, ihn mit Glauben zu empfangen und ihn in unserem Leben zu verherrlichen. Hilf uns, dass der Herr in uns und um uns Frucht bringen kann. Unterstütze die Kirche in ihrer Sendung.

Gepriesen sei der Herr in der Heiligen Eucharistie. Amen

(Jacques Magnan)

 

 

 

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