Verheißungen für das Rosenkranzgebet

 

 

Verheißungen für das Rosenkranzgebet

Die Allerseligste Jungfrau hat dem Heiligen Dominikus fünfzehn Verheißungen für das Rosenkranzgebet gemacht und diese sind bei Bartolo Longo in Erfüllung gegangen. Schon bei seiner Berufung im Jahre 1870 wird er innerlich auf diese Verheißungen hingewiesen. Hören wir, was er zum Präfekten von Neapel sagte:

"An dieser Küste von Valle de Pompeji, die noch vor 24 Jahren öde und verlassen dalag, wollte ich in Erfahrung bringen, ob die Versprechungen der Himmelskönigin, die sie im 13. Jahrhundert dem Heiligen Dominikus gemacht, wahr seien, als sie ihn für die Kirche eine neue Andacht lehrte, durch welche die Bekehrung der Völker und der Familien zu erwirken wäre, nämlich die Andacht des heiligen Rosenkranzes; und in 24 Jahren, während ich hier arbeite, und mit allen Mitteln die Rosenkranzandacht über die Welt zu verbreiten suchte, haben mir die täglich gesteigerten und vermehrten Wunder an Individuen und ganzen Genossenschaften diese Versprechen als wahr bewiesen."  

 

1. 

Diejenigen, welche meinen Rosenkranz beharrlich beten, erlangen eine besondere Gnade.

 

2.

Ich verspreche jenen, die andächtig den Psalter meines Rosenkranzes beten, große Gnaden und meinen besonderen Schutz.

 

3.

Der Rosenkranz ist ein mächtiger Schild gegen den höllischen Feind; er vernichtet das Laster, verhindert die Sünde und rottet die Irrlehre aus.

 

4.

Der Rosenkranz bewirkt das Wiederaufblühen der Tugend und Werke der Gottseligkeit. Durch ihn wird den Seelen die Fülle der göttlichen Erbarmungen zuteil; indem sie sich von der eitlen Anhänglichkeit an die Güter dieser Welt losschälen, werden sie erfüllt von dem Verlangen nach den ewigen Gütern: viele Seelen werden durch den heiligen Rosenkranz gerettet.

 

5. 

Die Seele, welche in rechter Weise durch meinen Rosenkranz ihre Zuflucht zu mir nimmt, geht nicht verloren.

 

6.

Alle diejenigen, welche andächtig den Rosenkranz beten, und dabei die Geheimnisse betrachten, werden vom Unglücke nicht niedergebeugt und vor dem unvorhergesehenen Tode bewahrt bleiben. Sind sie in Sünden, so werden sie die Gnade der Bekehrung erlangen; die Gnade der Beharrlichkeit aber, wenn sie gerecht sind, und sie werden würdig befunden werden des ewigen Lebens.

 

7.

Die Gläubigen, welche eine wahre Andacht zu meinem Rosenkranze haben, werden nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben.

 

8.

Ich will, dass jene, die meinen Rosenkranz andächtig beten, während ihres Lebens und im Augenblicke ihres Todes der Fülle göttlicher Erleuchtungen und Gnaden teilhaftig werden, sowie der Verdienste der Heiligen Gottes.

 

9.

Jeden Tag befreie ich aus dem Fegfeuer die Seelen, welche in ihrem Leben die Andacht des heiligen Rosenkranzes beharrlich gepflegt haben.

 

10.

Denen, die wahrhaft andächtig meinen Rosenkranz beten, wird im Himmel eine besondere Glorie zuteil werden.

 

11.

Alles, was man mich vermittelst des hl. Rosenkranzes bittet, wird man erhalten.

 

12.

Diejenigen, welche an der Verbreitung meines Rosenkranzes arbeiten, werden in all ihren Nöten meine Hilfe erfahren.

 

13.

Ich habe von meinem göttlichen Sohne die Gnade erlangt, daß alle, welche der Bruderschaft vom heiligen Rosenkranze einverleibt sind, die glückseligen Bewohner des Himmels zu ihren Brüdern und Schwestern haben, während ihres Lebens und in der Stunde des Todes.

 

14.

Diejenigen, welche meinen Rosenkranz beten, sind meine bevorzugten Kinder und Brüder Jesu Christi, meines eingeborenen Sohnes.

 

15. 

Die Andacht zum hl. Rosenkranz ist ein besonderes Merkmal der Auserwählung.


Empfehlung durch die Päpste

Viele Päpste, vor allem seit Papst Leo XIII. (1878- 1903), haben das Rosenkranzgebet eindringlich empfohlen: »Wieder müssen wir hier auf die heilige Rosenkranzandacht verweisen. Auf Marias Eingebung hin haben wir ja schon oft zu diesem Gebet aufgefordert und tatsächlich hat dieses Gebet auf unsere Mahnung hin ausserordentlich zugenommen... In diesem Augenblick aber ist es uns, als ob wir von neuem die besorgte Stimme der Mutter vernehmen, die uns drängt: Rufe und lass nicht ab! Und so wollen wir, ehrwürdige Brüder, abermals über den Marianischen Rosenkranz zu euch sprechen. Wieder naht der Monat Oktober. Wir haben ihn der Gottesmutter durch den Rosenkranz geweiht und mit Ablässen, auf ihr Geheiß hin, bereichert.« («Laetitiae Sanctae»)

Pius XI (1922-1939) setzte sich ganz im Sinne Leos XIII. für die Verbreitung des Marianischen Rosenkranzes ein. »Deshalb muss, ehrwürdige Brüder, euer ganzes Bestreben dahingehen, dass man die so fruchtbare Übung des Rosenkranzgebetes immer mehr verbreitet und allgemein schätzt und so die Frömmigkeit aller vermehrt. Ihr Bischöfe und jene, die euch in der Leitung der euch anvertrauten Herde unterstützen, solltet oft und ausführlich das Lob und den Nutzen dieses Gebetes für die Gläubigen aller gesellschaftlichen Klassen darlegen.« (»Ingra vescentibus malis»)

Pius XII. (1939-1958) ist rosenkranzbetend gestorben. Er führt die Lehre seiner Vorgänger unverändert weiter. »Obgleich dieses Gebet (nämlich der Rosenkranz) sicherlich nicht das einzige Mittel ist, um diese Hilfe (= den mütterlichen Beistand Mariens) zu erwirken, so sind wir dennoch der Meinung, dass das Marianische Rosenkranzgebet das beste und wirksamste Mittel dazu ist; dies legt übrigens auch sein mehr himmlischer als irdischer Ursprung sowie seine innerste Natur uns nahe« (»Ingruentium malorum»). Mit besonderem Nachdruck betont auch er den Familienrosenkranz.

Johannes XXIII. (1958-1963) weist wie Pius Xl. auf sein eigenes Beispiel hin: »Vielmehr haben wir —was wir hier mit schlichter Offenheit erklären wollen— es niemals unterlassen, an keinem einzigen Tag in all den Jahren, den Rosenkranz ganz zu beten; so lieb war er uns. (Rosenkranzrundschreiben). Tatsächlich hat Johannes XXIII. in den späteren Jahren seines Lebens täglich den ganzen Psalter gebetet, also drei Rosenkränze, und das trotz der Arbeitslast seines hohen Amtes. Da sieht man wieder, wie die Päpste die Einladung der Muttergottes in Fatima annahmen und verwirklichten.

Paul Vl. soll durch eine Tatsache, die viele Beweise ersetzt. als Rosenkranzverehrer in Erinnerung gerufen werden. Er flog 1967 nach Fatima (50-Jahr-Jubiläum der Erscheinungen) und legte bei der Statue der Muttergottes einen großen silbernen Rosenkranz nieder. Im Übrigen hält auch er wie seine Vorgänger mit seiner Wertschätzung dieser Frömmigkeitsform nicht zurück und betet allabendlich den Rosenkranz mit seinem Sekretär. Dieses Gebet haben unsere Vorgänger immer wieder mit höchstem Eifer empfohlen; sie haben für seine Ausbreitung gesorgt und die Gläubigen ermahnt, es häufig zu beten... Sie lobten seine Fähigkeit. das christliche Leben zu vertiefen und den apostolischen Eifer zu mehren.« (»Marialis cultus»)

Johannes Paul II., ein inniger Marienverehrer, sagte am 29.0ktober 1978: »Heute. am letzten Oktobersonntag, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf den Rosenkranz lenken. Denn der Oktobermonat ist in der ganzen Kirche dem Rosenkranz geweiht. Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe.«


Ursprung des Rosenkranzgebetes

Insofern der Rosenkranz in seinem Grund und Wesen aus dem Gebete Jesu Christi und dem Engelsgruße zusammengesetzt ist, nämlich aus dem "Vaterunser" und "Ave Maria", und aus der Betrachtung der Geheimnisse Jesu und Mariä, ist dies ohne Zweifel das erste Gebet und die erste Andacht der Gläubigen.

In der Form und Methode aber, wie er jetzt gebetet wird, ist der heilige Rosenkranz erst im Jahre 1214 der Kirche geoffenbart und von der Allerseligsten Jungfrau dem Heiligen Dominikus zur Bekehrung der häretischen Albigenser und der Sünder gegeben worden, und zwar auf die Art und Weise, wie ich erzählen werde nach dem Berichte des seligen Alanus de Rupe in seinem berühmten Buche: De dignitate psalterii. ("Von der Würde des Psalters Mariä.")

Als der Heilige Dominikus sah, dass die Verbrechen der Menschen der Bekehrung der Albigenser ein Hindernis setzten, ging er in einen nahen Wald bei Toulouse und verbrachte dort drei Tage und drei Nächte in fortwährender Gebets- und Bußübung; er hörte nicht auf, zu seufzen und zu weinen und seinen Körper durch Geißelstreiche zu kasteien, um den Zorn Gottes zu beschwichtigen, bis er schließlich halbtot umfiel.

Da erschien ihm die Allerseligste Jungfrau in Begleitung dreier Himmelsfürstinnen und sagte zu ihm:
"Weißt du, mein lieber Dominikus, welcher Waffe die Heiligste Dreifaltigkeit sich bedient hat, um das Heil der Welt wieder herzustellen?"

"O meine Herrin!" antwortete er, "Du weißt es besser als ich, denn nach Deinem Sohne Jesus Christus bist Du das vorzüglichste Werkzeug unseres Heiles gewesen."

Sie fügte bei:
"Wisse, dass die hauptsächlichste Waffe der Psalter des Rosenkranzes war, welcher das Fundament des neuen Testamentes ist. Wenn du deshalb jene verstockten Herzen für Gott gewinnen willst, so predige meinen Rosenkranz."

Der Heilige erhob sich ganz getröstet, und ganz von Eifer für das Heil dieser Völker entflammt, trat er in die Kathedrale ein. Sofort läuteten die Glocken, von Engelshand gezogen, um die Einwohner zu versammeln.
Bei Beginn der Predigt erhob sich ein schreckliches Gewitter; die Erde erzitterte, die Sonne verfinsterte sich; der unaufhörliche Donner und die gewaltigen Blitzschläge bewirkten, dass alle Zuhörer erbleichten und zitterten.
Ihr Schrecken steigerte sich noch, als sie sahen, wie ein Marienbild, das vor aller Augen ausgestellt war, dreimal die Arme gen Himmel erhob, um die Rache Gottes über sie herabzurufen, falls sie sich nicht bekehren und unter den Schutz der Gottesmutter flüchten wollten.
Der Himmel wollte durch dieses Wunder die neue Andacht des heiligen Rosenkranzes vermehren und verbreiten. Das Gewitter hörte endlich durch die Fürbitte des Heiligen Dominikus auf. Er fuhr in seiner Rede weiter und erklärte mit solchem Eifer und solcher Kraft die Vortrefflichkeit des heiligen Rosenkranzes, dass fast alle Bewohner der Stadt ihn annahmen und ihren Irrtümern widersagten. Nach kurzer Zeit nahm man eine große Veränderung in den Sitten und im Leben der Stadt wahr.